Arx Fatalis

Arkane Studios lässt uns mit der Maus zaubern

Arx Fatalis - Arkane Studios lässt uns mit der Maus zaubern - Wir müssen reden

In dieser Folge reden Stormi und Bacon L'Orange über das Erstlingswerk der Arkane Studios: Arx Fatalis aus dem Jahr 2002. Wir begeben uns in die unterirdische Welt von Arx und klären dabei die folgenden Fragen:

  • Wen spielen wir da eigentlich?
  • Wie kompliziert kann es sein, einen Zauber zu sprechen?
  • Wir frei, sind wir wirklich?
  • Von welchen Spielen und Spielideen wurden die Arkane Studios inspiriert?

Wir gehen auf die Entstehung der Arkane Studios ein und erwähnen die Bezüge des Spiels zu Ultima Underworld, Looking Glass, System Shock und Thief. Außerdem sprechen wir über die weitere Geschichte des Studios, über spätere Spiele wie Dark Messiah of Might and Magic, Dishonored, Prey und Deathloop.

Danach geht es um das Spielsystem. Wir erklären, dass Arx Fatalis keine festen Klassen hat, sondern Attribute und Skills, die den Spielstil formen. Dazu kommen viele Freiheiten im Umgang mit Quests, Kämpfen und Gegenständen, etwa beim Kochen, Schmieden, Alchemie, Verzaubern, Fischen, Schlösserknacken und dem Nutzen von Inventargegenständen in der Welt.

Besonders ausführlich besprechen wir das Magiesystem. Zauber werden nicht per Tastendruck ausgewählt, sondern über gezeichnete Runen gesprochen. Wir erklären die Kombinationen, die verschiedenen Runen, die Möglichkeit, Zauber vorzubereiten, sowie Schriftrollen als Alternative für andere Spielstile.

Zum Schluss sprechen wir über die Spielwelt mit ihren acht Ebenen, den verschiedenen Völkern und Gebieten, die Mischung aus Erkundung, Atmosphäre und verschiedenen Lösungswegen. Außerdem gehen wir auf die deutsche Version, technische Modifikationen wie Arx Libertatis und Arx Neuralis ein. 

Spielname
Arx Fatalis
Jahr
2002
Firmen
Arkane Studios, Capcom, Dreamcatcher Interactive, Jowood
Personen
Raphael Colantonio, Cyril Meynier, Olivier Enselme-Trichard, Alain Maindron, Marco Mele, Christophe Carrier
Plattformen
PC, Xbox
Der Startbildschirm des Spiels Arx Fatalis

Wertungskasten

PC Games Ausgabe: 08/02 System: PC Wertung: 83%
Maniac Ausgabe: 01/04 System: Xbox Wertung: 79%
Im Jahr 2002 veröffentlichten die Arkane Studios ihr Erstlingswerk Arx Fatalis. Das Spiel war von Immersive Sims wie Ultima Underworlds, Thief oder System Shock inspiriert. Es ist also mehr als nur Hack’n Slay was uns hier erwartet.
Wir dürfen zu Beginn und im Laufe unserer Reise durch die Unterwelt selbst über unsere Ausrichtung entscheiden und häufig genug auch, wie wir Probleme angehen und lösen. Dies gibt uns Freiheiten und erhöht dementsprechend auch den Wiederspielwert des Spiels nicht unerheblich.

Die Geschichte von Arx Fatalis

In Arx Fatalis (Latein, bedeutet “Verhängnisvolle Festung/Zuflucht) erwacht mal wieder ein strammer Recke, irgendwo in einer Gefängniszelle, ohne jegliche Erinnerung daran wer er ist oder wie er da hin gekommen ist. Die Atmosphäre ist düster, grau und kalt. In der Entfernung hört man irgendwo die Schreie anderer gepeinigter Seelen widerhallen. Vor der Zellentür läuft ein Goblin auf und ab. In unserer Zelle sind unsere einzigen Freunde zwei Pilze und ein menschlicher Schädel. Doch regt sich da nicht etwas in der Nachbarzelle? Ein anderer Mensch? Zeit, das Gespräch zu suchen und dem Chaos einen Sinn zu geben.
So beginnt die Reise durch die tiefen und düsteren Katakomben der Welt von Arx.

Nachdem wir unserem Zellennachbarn erklärt haben, dass unser Gedächtnis so blank ist wie ein frisch gewischter Babypo, erklärt er uns, dass wir uns in einem Goblin Gefängnis befinden und dass es in unserer Zelle sicher irgend eine Möglichkeit des Entkommens geben muss. Erstmal gönnen wir uns die zwei Pilze für unseren leeren Magen und rupfen dann einen losen Stein aus den Gitterstäben der seitlichen Zellengitter. Mit der unbändigen Kraft, die uns die zwei Pilze gegeben haben, verbiegen wir nun die Gitterstäbe und sind raus aus der Zelle. Ein Beinknochen, der uns auf der anderen Seite begrüßt, wird prompt in eine primitive Schlagwaffe umfunktioniert und der Wächter Goblin bekommt dies auch direkt schmerzvoll zu spüren. Nach seinem frühzeitigen Ableben steht uns die erste Entscheidung bevor.
Im Raum vor uns befindet sich eine Falltür. Befreien wir unseren Zellennachbar und sprechen mit ihm, um mehr über unsere Situation zu erfahren oder springen wir einfach hinunter und lassen ihn eingeschlossen zurück? Fürs erste Mal gehen wir natürlich davon aus, dass wir ihm helfen und seine Zellentür öffnen.

Nachdem er nun keine gesiebte Luft mehr atmen muss erklärt der gute Mann uns, nun das sein name Kultar ist, er ein Mitglied der sogenannten Gilde der Reisenden war und gibt uns den Namen Am Shaegar (gesprochen: Am Shagar) bis wir uns an unseren eigenen Namen erinnern. Am Shaegar bedeutet laut ihm “Der keinen Namen hat” in einer alten Sprache. Des Weiteren erklärt er uns, und allen, die das Intro-Video bei Spielstart übersprungen haben, dass die Welt, in der wir uns befinden, keine Sonne mehr hat und auf der Oberfläche sich nichts mehr weiter befindet als eine gewaltige Einöde aus Eis und Schnee. Nur die Mitglieder der Gilde der Reisenden sind in der Lage, die gefährlichen Wege zwischen den einzelnen verbliebenen Städten und Zivilisationen zu meistern.

Unseren weiteren Weg in das Tutorial bestreiten wir ohne unseren neu gefundenen Freund, jedoch werden wir ihn später wieder sehen.

Am Shaegar lernt während des Spielverlaufs viele Fähigkeiten, Wesen, Orte und Rätsel kennen, die ihm Stück für Stück eine eigene Identität und Wissen um die Welt um sich herum geben. Über die Welt selbst finden wir später heraus, dass wir uns in einem gewaltigen Höhlen- und Tunnel-System befinden, das von den Zwergen als Mine erbaut wurde. Als die Sonne von Arx zu sterben begann, retteten sich viele Wesen wie Goblins, Menschen, Trolle und Zwerge in die unterirdischen Gänge, um eine Überlebenschance zu haben. Die normalerweise häufig im Krieg miteinander befindlichen Rassen schlossen sich für dieses gewaltige Unterfangen zu einer Allianz zusammen. Dabei wurden die Stadt Arx und die Festung Arx (daher der Spieltitel) von der Planetenoberfläche in die Tunnel verlegt. Außerdem die Königreiche der Goblins und Trolle. Die Zwerge selbst gruben sich schlicht tiefer in die Erde, um dort ein neues Königreich zu gründen, worauf sie nie mehr gesehen wurden. Nachdem das Unterfangen abgeschlossen und die Sonne endgültig erloschen war, zerbrach die Allianz jedoch schnell und die Völker kehrten zu ihren üblichen Fehden zurück.

Auf unserer Reise finden wir bald heraus, dass die Goblins Menschen entführen, um sie einem Kult zu übergeben, die diese Menschen wiederum ihrem Gott Akbaa opfern, um ihn mächtiger zu machen und ihm eine Möglichkeit zu geben, in die Welt von Arx einzudringen. Während der Suche nach Am Shaegars Identität werden wir in genau diese Machenschaften im Grunde vom Anfang des Spiel an verstrickt. Unser Weg führt uns auch ins Königreich Arx selbst, wo wir beginnen, dem König der Menschen zu helfen, wofür er im Gegenzug verspricht, uns auf der Suche nach unserer Identität zu unterstützen. Beim Kampf gegen den Akbaa-Kult und ihre Dämonischen Krieger die Ylsiden (Gesprochen Ülsiden) stellt sich schließlich auch unsere eigentliche Persönlichkeit und Herkunft heraus. Dies bekräftigt nur noch mehr den Weg, den wir bereits eingeschlagen haben und der uns schließlich in einen finalen Kampf gegen den Gott Akbaa höchstselbst führt.

Es gibt keine starren Klassen, aber meiner Meinung nach, ist die Magierausrichtung die einfachste.
Portrait von Fjalk
Stormi

Attribute, Skills und Schwierigkeitsgrad des Spiels

Rollenspiel-üblich gibt es in Arx Fatalis die Attribute Stärke, Intelligenz, Geschicklichkeit und Konstitution. Diese überstehen den Skills: Schleichen, Fingerfertigkeit, Sinnesschärfe, Astralverbindung, Objektwissen, Zaubern, Nahkampf, Fernkampf und Verteidigung. Klassen wie Krieger, Magier und Dieb im üblichen Sinne gibt es nicht. Die Klasse bildet sich dadurch heraus, welche Attribute und Skills wir mit den Erfahrungspunkten erhöhen, die man bei jedem Levelaufstieg erhält.

Investiert man viele Punkte in Stärke, Konstitution, Objektwissen, Nahkampf und Verteidigung erhält man am Ende einen so starken Krieger, dass der mit seinen Feinden schneller den Boden aufwischt als die “Akbaa” sagen können. Er ist weithin als mittlerer Schwierigkeitsgrad bei einem Spieldurchlauf angesehen.

Möchte man doch lieber einen Magier spielen, sind Intelligenz, Astralverbindung, Objektwissen und Zaubern Pflichtprogramm. Richtig gelevelt ist ein Magier der mit Abstand leichteste Spieldurchlauf, da er Zugriff auf so starke Zauber hat, dass Zauberkraft und die Lebensenergie der Gegner förmlich dahinschmelzen.

Wenn man lieber selbst volles Pfund aufs Maul bekommen möchte, ist man beim Dieb an der richtigen Adresse. Intelligenz, Geschicklichkeit, Schleichen, Fingerfertigkeit, Sinnesschärfe, Objektwissen und ein bisschen Nahkampf sind das A und O. Als Dieb zu spielen, der Kämpfe weitgehend vermeidet oder nur aus dem Hinterhalt angreift, ist mit Abstand die schwierigste und langwierigste Art das Game zu spielen

Stormis persönlicher Favorit ist der Jack of all Trades. Also einer, der von allem etwas kann. Mit zusätzlichen Punkten in allen 4 Attributen, einem Objektwissen von 70, einer Fingerfertigkeit von circa 80 und dem Rest gleichmäßig auf Nahkampf, Verteidigung, Zaubern und Astralverbindung verteilt erhält man einen Am Shaegar mit dem man alle Inhalte des Spiels seien sie Magier, Krieger, Dieb oder Crafting orientiert erkunden, so ziemlich jegliche Ausrüstung und Zauber nutzen und trotzdem eine gewisse Herausforderung im Spiel haben kann was Kampf Begegnungen angeht.

Ein durchgelevelter und gut ausgerüster Kriefer ist hier zu sehen.
Das Spiel bietet viel, was mir an sich Spaß macht, aber konnte mich jetzt nicht wirklich packen.
Portrait von Bacon L'Orange
Bacon L'Orange

Das Magiesystem

Arx Fatalis besitzt ein sehr eigenes Magiesystem, das es in dieser Form nur in der Black & White Serie und später in seinem geistigen Nachfolger Monomyth gab. Durch das Sammeln einzelner Runen ergeben sich mit der Zeit immer mächtigere Zaubersprüche. Die Sprüche spricht man aus indem man die einzelnen Runen mit der Maus auf den Bildschirm zeichnet. Beispielsweise besteht der Zauber, mit dem man Fackeln und Lagerfeuer entzünden kann, aus den beiden Runen AAM und YOK (Beginnen und Feuer). Für AAM zeichnet man einen einzelnen Strich von links nach rechts. Für YOK bewegt man die Maus nun ohne abzusetzen von oben nach unten, vom unteren Punkt aus nach rechts und von rechts unten gerade nach oben.

Wenn man nun später noch die Rune TAAR (Projektil) findet, kann man den Feuerball Zauber AAM, YOK, TAAR (Beginnen, Feuer, Projektil) sprechen für den man hinter die gezeichneten Runen AAM und YOK noch TAAR folgen lässt bei der man die Maus von links nach rechts, dann runter und dann wieder nach rechts zieht. Möchte man beispielsweise Feuer löschen benötigt man die Rune NHI (Beenden) Und zeichnet dafür die Rune NHI von rechts nach Links gefolgt von YOK. Dasselbe Schema wiederholt sich bei allen anderen Zaubern, die mit wachsender Stärke auch immer mehr Runen und auch kompliziertere Runen erfordern zu zeichnen. Leichtere Zauber bestehen meist aus 2 einfachen Runen, mittlere Zauber aus 3 einfachen und komplizierten Runen und starke (plus geheime und Cheat) Zauber meist aus 3-6 komplizierten und wenig einfachen Runen.

Es gibt 20 verschiedene Runen, die verschiedene Aktionen (wie Beginnen, Beenden, Projektil) und Elemente (Feuer, Frost, Gift) darstellen. Insgesamt gibt es 40 reguläre Zauber die man mit dem Erhalt der Runen lernt und im Zauberbuch verzeichnet sind, 9 geheime Zaubersprüche von denen man einen später im Spiel beigebracht bekommt und die restlichen 8 man sich selbst durch Runenkombinationen herausfinden kann und schließlich noch 13 weitere Cheat Zaubersprüche mit denen man sich sehr stark machen oder durch Wände laufen kann.

Man kann bis zu 3 Zaubersprüche vorab sprechen und “sich Merken” und diese dann mit den Tasten 1-3 bei Bedarf, zum Beispiel im Kampf, direkt sprechen, ohne die Runen in dem Moment selbst zeichnen zu müssen. Zauberspruch Runen während eines Kampfes zu zeichnen, ist möglich, jedoch nicht leicht und erfordert viel Übung und Geduld. Hierbei bieten sich einfachere Sprüche wie der aus 3 einfachen Runen bestehende Feuerball oder der aus zwei einfachen Runen bestehenden magisches Geschoss-Spruch eher an als Sprüche, die aus vielen komplizierten Runen bestehen.

Für die Gelegenheiten im Spiel, wo man Magie anwenden muss, gibt es für alle Spieler, die mit Magie weniger am Hut haben, auch noch eine andere Lösung. Schriftrollen. Mit diesen kann man sich Zauber direkt merken, ohne sie per Runen zu sprechen. Besonders für Krieger und Diebe ist das der einzige Weg sehr starke Magie anzuwenden.

Ich habe das Spiel unzählige Mal gespielt, alleine vier Durchgänge in Vorbereitung des Podcasts.
Portrait von Fjalk
Stormi
Hier sehen wir einen imposant beleuchteten Aussenposten der Menschen.

Freiheit und Entscheidungen

Arx Fatalis bot eine extreme Freiheit, wie man das Ziel und das Ende des Spiel erreichen kann. Je nach Fokus auf Magie, Kampf, Heimlichkeit und Geschick, oder schlicht als Jack of all Trades, kann sich das Spiel auf ganz unterschiedliche Arten vor einem entfalten.
Die erste Entscheidung im Goblin Gefängnis, ob man Kultar befreit oder sitzen lässt, ist nur eine von vielen, vor die einen das Spiel stellt, aber eine der absoluten Ausnahmen, bei der das Spiel einem recht offen zeigt, dass es gerade eine Entscheidung gibt.

Helfe ich all jenen, die mir mit einem Problem, das ich lösen soll, vors Gesicht treten? Oder finde ich meinen eigenen Weg, die Dinge, die ich erfahren und wissen muss, herauszufinden? Helfe ich jemandem, um ein Schlüsselobjekt zur Hauptquest zu bekommen? Oder klaue ich der Person einen Schlüssel und öffne die Tür hinter der das Objekt liegt selbst und interagiere gar nicht weiter mit der Person? Baller ich die Horde Goblins in der nächsten Höhle mit ein paar gezielten Feuerbällen in Stücke oder benutze ich dafür mein Schwert? Oder vielleicht umschleiche ich sie sogar oder laufe unsichtbar an ihnen vorbei.
Für so ziemlich alles im Spiel gibt es unterschiedliche Wege, das Ziel zu erreichen. Am Ende zählt nur herauszufinden, wer Am Shaegar eigentlich ist und schließlich den Gott Akbaa selbst zu vernichten.

Unsere Rolle in diesem Spiel ist eine größere als die kleinen Belange der Menschen, Trolle, Goblins und Zwerge. Selbst wenn wir von Anfang an bis zum bitteren Ende jedes einzelne Wesen in der gesamten Welt auslöschen, ohne jemals mit jemandem zu sprechen, können wir die Hauptquest trotzdem erfüllen, unsere Identität herausfinden und Akbaa vernichten.
Ob wir eine Welt voller Zerstörung und Tod verlassen, in der nichts mehr lebt außer uns selbst oder eine Welt, in der endlich Frieden herrscht und alle ein friedliches Leben führen können, bleibt alles dem Spieler überlassen. Das Spiel lädt dazu ein, es zu erkunden und seine vielen Wege und Möglichkeiten zu erleben.
Es lädt dazu ein, es mehrfach hintereinander mit unterschiedlichen Klassen, Gesinnungen oder Beweggründen zu spielen. Arx Fatalis ist ein Spiel, bei dem wir in einer unterirdischen Welt gefangen sind, in der wir aber frei sind zu tun und zu lassen, was immer wir wollen, solange wir am Ende nur das wahre Böse vernichten, ist alles andere ganz alleine unsere Entscheidung.

Interaktion mit der Umgebung

Mit vielen Objekten in der Welt kann man auf eine Art und Weise interagieren, wie es im Jahr 2002 noch eher eine Seltenheit in der Videospielwelt war. Hier ein Auszug der Dinge, die möglich sind.
Echte Helden machen sich Notizen zu den Runen im Handbuch!

Stormis Playthrough zu Arx Fatalis

Stormi hatte schon vor einigen Jahren ein Playthrough zu Arx Fatalis veröffentlicht.

Bringt Arx Fatalis viel Licht in das Genre der Action-RPGs oder auch werden wir vom Schatten übermannt?

Das Erstlingswerk der Arkane Studios wollte gar nicht alle Spieler überzeugen, sondern hatte sich seine Zielgruppe ausgesucht. Es wurden vor allem Spieler angesprochen, welche schon frühere Hits wie Ultima Underworld oder Spiele wie Thief gespielt und geliebt haben. Die Arkane Studios hatten das Spiel ursprünglich sogar als Ultima Underworld 3 an EA gepitcht, die hatten aber abgewunken.
Erwarten uns hier also nur Keller und Höhlensysteme oder eventuell doch ein etwas übersehenes Meisterwerk?
Die Atmosphäre
Wir befinden uns unter Erde, da die Sonne erloschen ist. Die Fackeln spenden uns wertvolles Licht und hinter jeder Kurve könnte der nächste Gegner auf uns warten. Das Spiel packt uns mit seiner Mischung aus Grafik, Sound und Ambiente und zieht uns so in seinen Bann.
Das Magiesystem
In vielen Spielen ziehen wir den gelernten Zauber auf die Leiste und das war es. Hier ist es anders. Wir müssen die Zauber über Runen zeichnen und können diese auch leicht anpassen, wenn wir die notwendigen Runen dafür kennen.
Um in hektischen Kämpfen nicht zum verzweifelnden Mausdirigenten zu werden, können wir bis zu drei Zauber vorbereiten
Die Spielwelt
Wir können mit fast allem interagieren, es verschieben oder benutzen. Es lohnt sich die Räume und Höhlen genau anzuschauen, da wir hier leicht wertvolle Informationen übersehen könnten.
Zusätzlich können wir Brot backen, Fleisch und Fisch braten, Tränke brauen, Waffen schmieden und Gegenstände kombinieren.
Werden wir beim Diebstahl in der Stadt erwischt, so haben wir es uns mit den Wachen verscherzt, die Welt reagiert auf uns.
Entdecker werden belohnt
Wer gerne an jeder Kiste rüttelt und unter diese schaut oder sich gerne damit beschäftigt jede Truhe zu öffnen, der wird im Spiel regelmäßig belohnt, sei es durch neue Runen, Waffen oder Hinweise und Tipps für die Aufgaben.
Spiel wie du willst
Das Spiel hat keine festen Klassen, ob wir eher Krieger, Magier, Dieb oder eine Mischung aus allem sind, das dürfen wir zu Beginn, aber auch noch während des Spiels immer wieder selbst entscheiden. Die Erlebnisse und der Schwierigkeitsgrad unterscheiden sich auch, je nach Wahl der Ausrichtung.
Das Sounddesign
Unsere schritte Hallen in den Höhlen, die Fackeln knistern und wir können Gegner zum Teil schon auf große Distanz hören. Das Spiel hat zwar auch Musik diese tritt hier aber oft in den Hintergrund, sodass wir durch die Sounds noch tiefer in die Welt hereingesogen werden.
Für Mitdenker
Heute sind wir in Action-RPGs verwöhnt. Questgeber haben ein Ausrufezeichen über dem Kopf. Das war hier noch nicht so. Über viele Rätsel und Aufgaben stoßen wir in Gesprächen mit NPCs oder lesen über diese in Briefen. Wir müssen also aufpassen, was passiert, damit wir das Wissen zur richtigen Zeit einsetzen können.
Wer allerdings Komfortfunktionen erwartet, der sollte entweder eine Komplettlösung zu Rate zeihen oder sich am besten doch auf das so gewünschte Spieldesign einlassen.
Mehrere Wege führen in die Tiefe
Viele der Quests haben mehrere Lösungsmöglichkeiten und in diesem Spiel sieht man schon viel, was in späteren Spielen des Studios wie Dark Messiah of Might and Magic, Prey oder Dishonored auch zu finden war. Die Arkane-DNA war hier schon stark ausgeprägt.
Technische Macken des Originals
Das Spiel erschien damals leider nicht fehlerfrei. Bugs und Abstürze, sowie Performanceproblem plagten den Spieler. Heute spielt es sich am besten mit Arx Libertatis. Arkane veröffentlicht den Quellcode vor etlichen Jahren und einige Fans haben hier das Spiel grundsätzlich verbessert, sei es in Punkten Auflösung, Lauffähigkeit auf aktuellen System und indem sie viele Bugs aus dem Spiel entfernt haben und es sich so wesentlich runder spielt als damals.
Zaubern verlangt Übung
Besonders im Original Arx Fatalis (ohne Mods) verlangte das Zaubern einiges an Übung, da die Runen sonst nicht erkannt wurden. Besonders in Kämpfen ist dies natürlich sehr nervig.
Schwierigkeitsgrad
Das nicht vorhanden sein von Klassen führt nicht dazu, dass sich alle Wege gleich schwer spielen. Als Dieb spielt es sich wesentlich schwerer als mit dem Magier oder dem Krieger.
Es ist möglich sich seinen Charakter zu verskillen, sodass es später im Spiel fast unmöglich wird, noch gut voranzukommen.
Orientierung
Wer das Spiel nicht schon unzählige Male gespielt hat, der kann hier leicht auch die Orientierung verlieren und schafft es nicht den kürzesten Weg zwischen den Ebenen zu finden. Dadurch haben wir sehr lange Laufwege, die zu einer Geduldsprobe werden können. Wer sich hier durchkämpft und sich an die Welt und die Orientierung in dieser gewöhnt, der kann aber später mit Portalen auch sehr schnell von A nach B gelangen.

Die Spiele der Arkane Studios

Arkane Studio wurde 1999 gegründet in Lyon, vor allem von Entwicklern, die vorher bei Electronic Arts und Atari angestellt waren. Gründer Raphael Colantonio war ursprünglich eine der ersten EA Angestellten in Frankreich. Die Arkane Studios pitchten Arx Fatalis zuerst als Ultima Underworld 3 gepitcht an EA, die woltlen dies aber nicht. Raphael Colantonio und seine Angestellten waren inspiriert von den Immersive Sims von Looking Glas, sei es Ultima Underworld, System Shock oder Thief.
Der Erfinder der Ultima-Serie Richard Garriot war ein großer Fan von Arx Fatalis und auch wenn sich das Spiel nicht gut verkaufte, konnte das Studio noch weitere Spiele entwickeln die wir hier einmal auflisten wollen (inklusive der Spiele des Arkane Austin Studios, welches mittlerweile geschlossen wurde) und inklusive der Spiele, an denen die Arakne Studios zuarbeiteten..
So sieht das Runenbuch aus, wenn wir wirklich alle Runen im Spielverlauf gefunden haben.

Die Spiele-Archäologen Wertung zu Arx Fatalis

Irgendwie bin ich etwas von mir enttäuscht. Ich wollte Arx Fatalis wirklich gerne spielen, aber irgendwie kamen das Spiel und ich nicht auf einen Nenner. Die Grafik, das Setting, das Gameplay sind an sich alles Elemente, die ich total gerne mag, aber hat einfach nicht gefunkt, weswegen es heute keine Wertung von mir gibt.
Aber ich werde mit ein bisschen Abstand mich noch einmal an Arx Fatalis setzen.
Portrait von Bacon L'Orange
Bacon L'Orange
Für mich persönlich ist es mal wieder eines “dieser” Spiele. Ich habe es in meiner Kindheit auf einer Screenfun Heft CD zum ersten Mal gefunden und gespielt und konnte mit meinem damaligen PC nur die ersten 2-3 Level spielen, bis man in die Stadt Arx kam. Ab da wurde das Spiel so ruckelig das ich es mit meinem schlechten PC nicht mehr spielen konnte. Trotzdem habe ich diese ersten paar Level immer wieder und wieder gespielt und irgendwann mit einem besseren PC auch das ganze Spiel immer wieder hoch und runter gespielt.
Diese gewisse Faszination mit Arx Fatalis, die dunkle Atmosphäre und lebendige doch an den richtigen Stellen auch leere Welt und die absolute Freiheit bei jeder einzelnen Entscheidung die man treffen kann hat mich nie losgelassen. Es ist an manchen Ecken kompliziert, vielleicht auch ein wenig klobig und in die Jahre geraten und mit Sicherheit auch nicht jedermenschs Spiel. Trotzdem liebe ich es und es vergeht kein Jahr, in dem ich Arx nicht mindestens 1-2 mal durchspiele.
Arx Fatalis ist ein Spiel, das mir sehr am Herzen liegt und das ich gerne immer wieder spiele und weiter empfehle. Wer mit dem Gameplay gut zurechtkommt, wird eine schöne Zeit haben. 9,5/10 Punkten
Portrait von Fjalk
Stormi: 9.5/10

Wertung der Spiele-Archäologen: 9.50/10 Punkten