Eye of the Beholder
Eye of the Beholder - Hol schon mal Stift und Papier heraus - Wir müssen reden
In dieser Folge erkunden Fjalk und Bacon die Unterwelt von Waterdeep in Eye of the Beholder von Westwood und klären dabei die folgenden Fragen:
- Steckt auch Rollenspiel in diesem Dungeon Crawler, wenn es doch die AD&D-Lizenz hat?
- Stellen wir uns lieber in die vordere oder hintere Reihe?
- Was macht eigentlich einen Dungeon Crawler aus?
- Wer oder was sind “Blobber”?
- Können uns Rätsel und Monster überzeugen und wie sieht das mit den Karten aus?
In dieser Episode nehmen wir uns den Klassiker Eye of the Beholder aus dem Hause Westwood Studios vor und steigen hinab in die finsteren Tiefen von Waterdeep. Dabei gehen wir zentralen Fragen rund um das Genre der Dungeon Crawler auf den Grund: Wo verläuft die Grenze zum Rollenspiel? Was macht dieses Subgenre eigentlich aus – und was bitte sind „Blobber“?
Wir beginnen mit der Einordnung: Für uns ein Paradebeispiel eines klassischen Dungeon Crawlers. Schnell wird klar, dass Taktik hier das A und O ist – insbesondere die clevere Aufstellung unserer Truppe. Vordere Reihe für die harten Treffer, hintere Reihe für Zauber und Fernkampf: Nur wer seine Gruppe sinnvoll positioniert, hat eine Chance gegen Skelette, Drachen und allerlei anderes Getier, das in den dunklen Gängen lauert. Dazu gesellen sich knackige Rätsel und fiese Fallen, die uns stets auf Trab halten.
Im Kampf zeigt sich die ganze Stärke des Spiels: Echtzeit-Action verlangt schnelle Entscheidungen, präzise Positionierung und ein gutes Gespür für Timing. Jeder Fehler kann das Aus bedeuten, weshalb Ausrüstung, Vorbereitung und taktisches Vorgehen überlebenswichtig sind. Wir beleuchten verschiedene Strategien, um den Gefahren der Unterwelt zu trotzen und unsere Gruppe sicher ans Ziel zu führen.
Ein weiteres Highlight ist das ausgeklügelte Dungeon-Design. Verwinkelte Level, versteckte Wände und hinterlistige Teleporter fordern nicht nur unseren Mut, sondern auch unseren Orientierungssinn. Das manuelle Kartografieren wird dabei zur Königsdisziplin – mühsam, aber ungemein befriedigend und heute ein echter Nostalgiefaktor.
Natürlich dürfen auch die zahlreichen Kreaturen nicht fehlen, die den Dungeon zum Leben erwecken. Unterschiedliche Gegnertypen und Umgebungen sorgen für Abwechslung und verlangen stets neue Herangehensweisen. Je tiefer wir vordringen, desto gefährlicher wird es – und desto mehr sind wir auf unsere Fähigkeiten angewiesen.
Abgerundet wird das Ganze durch einen Blick auf die verschiedenen Versionen des Spiels und moderne Hilfsmittel wie den „All-Seeing Eye“, die das Spielerlebnis komfortabler machen – wenn man das denn will. So oder so: Für uns bleibt Eye of the Beholder ein Meilenstein der Dungeon-Crawler-Geschichte, der auch heute noch seinen ganz eigenen Reiz entfaltet.
- Spielname
- Eye of the Beholder, EotB
- Jahr
- 1991
- Firmen
- Strategic Simulations Inc., U.S. Gold, Westwood Associates
- Personen
- Brett W. Sperry, Paul S. Mudra, Joseph Bostic, Phillip W. Gorrow, Josph B. Hewitt IV, Aaron Powell
- Plattformen
- Amiga, PC, Sega CD, Super Nintendo




Es war der erste Dungeoncrawler den ich damals komplett durchgespielt habe - weil es das spiel auf Deutsch gab und ich da noch nicht wirklich Englisch konnte.

Bilder zu Eye of the Beholder
Oh, da ist ein Monster hinter der Tür. Dann mache ich die mal lieber wieder zu. Das sollte im echten Leben auch möglich sein.

Eye of the Beholder - PC - 1991 - Intro und der Anfang des Spiels
Lauert um die Ecke Spielspaß oder Enttäuschung?
- Die Grafik
- Westwood lieferte bei der Grafik ab, die Dungeons waren abwechslungsreich, die Gegner und die Umgebung schön gepixelt mit für damalige Verhältnisse auch einige nette Animationen.
- Die Atmosphäre
- Im Spiel gibt es keine Musik, wir können aber den Dungeon hören, so ist es uns möglich Gegner zu hören, bevor wir sie sehen. Das kann spannend aber auch nervenaufreibend sein.
- Echtzeitkämpfe mit Taktik
- Die Kämpfe laufen in Echtzeit ab, aber ohne den Step-Dance kommen wir nicht weit. Der Step-Dance macht das Spiel teilweise aber auch schon fast zu leicht, da viele Gegner keine Chance haben unsere Partygruppe überhaupt zu treffen. Ansonsten ist die Gruppe in die Nahkämpfer in der ersten Reihe und die Fernkämpfer dahinter aufgeteilt. Wir sollten darauf achten, dass uns keine Gegner flankieren, da sonst unsere hintere Reiche auch direkt angehauen werden kann.
- Nicht-lineares Fortschreiten
- Ein Fluch und ein Segen. Wir gehen nicht einfach immer nur eine Ebene tiefer. Durch die TEleporter und Fallen springen wir viel zwischen den späteren Levels hin- und her. Wer hier den Überblick behalten kann, der hat es geschafft.
- Einfache Steuerung
- Wir können am Amiga das Spiel komplett mit der Maus bedienen. Einfach und vorhersehbar und bringt die von uns gewünschten Ergebnisse.
- Party-Erstellung und Freiheit
- Das Spiel erlaubt uns unsere Party für das Spiel frei zusammenzustellen. Besonders im ersten Teil gibt es einige Klassen beziehungsweise Kombinationen, welche nicht wirklich sinnvoll sind und jeder von uns hat sicherlich auch mal eine Gruppe aus vier Nahkämpfern erstellt.
Aber die Freiheit ist auch schön, da wir so eine größere Verbindung zu unseren Charakteren haben. - Das Intro
- Die Einführung in das Spiel ist grandios. Das Intro sorgte für staunenden Gesichter, wenn man es das erste (oder auch das zweite und viele weitere Male) gesehen hat.
Leider hat die PC-Version aber kein gleich gestaltetes Outro, wohl aus Gründen, da das Spiel sonst eine weitere Diskette benötigt hätte. - Rätsel und Erkundung
- Das Spiel liefert genau das, was wir uns von einem Dungeon-Crawler erwarten. Rätsel und Erkundung stehen im Vordergrund, zig unsichtbare Wände, Teleporter, Fallen und vieles mehr erwarten uns. Und wir treffen auch auf freundliche NPCs, denen wir helfen können (und in den meisten Fällen auch sollten).
- Der Endkampf
- Wer am Ende von Eye of the Beholder erwartet, dass ein epischer Kampf auf uns wartet, wird enttäuscht. Wir kämpfen nicht direkt gegen den Beholder und verletzen ihn mit unserem Schwert. Nein wir schubsen ihn quasi in seinen Tod. Überraschend, aber auch nicht ganz so glorreich.
- Das Speicherstand-Problem
- Das Spiel erlaubt in Teil 1 nur einen Spielstand. WIr konnten also nicht mehrere Durchgänge nacheinander starten. Eine Schwäche die in den Nachfolgern beseitigt wurde.
- Kein Automapping
- Automapping war damals noch nicht Standard, es gehörte zum guten Ton dazu, das wir bei solchen Spielen mit Stift und Karopapier selbst mitzeichneten. Das Spiel macht es uns mit den Drehplattformen, den Teleportern und Fallen aber nicht unbedingt einfach eine gute Karte zu erstellen.
Heute haben wir Archäologen das Spiel mit dem Tool The All Seeing Eye gespielt, welches uns das Zeichnen abnimmt, eine Komfortfunktion, welche wir nicht mehr missen wollten. - Rollenspiel-Light
- Wir dürfen als Spieler die Gruppe erstellen, im Endeffekt lernen wir, dass die Zusammenstellung gar nicht so frei ist, wie man zu Beginn eventuell denken mag, dennoch macht es Spaß hier die Charaktere zu erstellen und über die Auslegung zu philosophieren, welche Werte am wichtigsten sind.
Auch auf Nahrung müssen wir achten, da unseren Kämpfern sonst nach einiger Zeit die Kraft ausgeht und das Spiel vorbei ist.
Eye of the Beholder - Intro und Ende - Amiga
Die Spiele von Westwood
Dem Rollenspiel waren sie vorher auch schon nicht abgeneigt, aber mit der AD&D Lizenz kam der Durchbar.
Noch während der Entwicklung von Dune 2 wurden sie von Virgin aufgekauft, bevor Virgin sie 1998 dann an Electronic Arts verkaufte. Einige der Highlights des Studios aus den Anfängen wollen wir hier auflisten (bei Command & Conquer haben wir bewusst nicht alles aufgelistet):
- 1988 - Battle Tech: The Cresecent Hawk's Inception
- 1988 - Mars Sage
- 1990 - Dragonstrike
- 1991 - Eye of the Beholder
- 1991 - Eye of the Beholder 2
- 1992 - Legend of Kyrandia
- 1993 - Legend of Kyrandia 2
- 1993 - Land of Lore
- 1994 - The Lion King
- 1994 - Dune 2: The Battle for Arrakis
- 1994 - Legend of Kyrandia 3
- 1995 - Command & Conquer
- 1996 - Command & Conquer: Red Alert
- 1997 - Lands of Lore 2: Guarians of Destiny
- 1997 - Blade Runner
Nur noch eben die Tür öffnen, dann höre ich auf - Damals wie heute süchtig machend.

Eye of the Beholder etwas moderner spielen
In den 90er gehörte das Zeichnen der Karten noch zum guten Ton bei Dungeon Crawlern, aber spätestens seit Mitte der 90er gehörte es zum guten Ton, dass auch diese Spiele in der Regel Komfortfunktionen wie ein Automapping anboten.
Wer heute nicht mehr selbst die Karten zeichnen möchte (und dabei das Spiel verflucht, aufgrund der Drehscheiben und Teleporter), der kann das Tool The All-Seeing Eye nutzen. Dieses bietet mehrere Optionen der Kartierung, erlaubt auch das Anzeigen der vollständigen Karte und zeigt auf dieser, auf Wunsch, auch Rätsel und deren Lösung sowie Gegner und deren Bewegung an.
Solltest du das Spiel bei Steam besitzen, so ist das Tool sogar schon dabei, Nutzer der GoG-Version können es sich installieren, die Anleitung auf der Webseite des Tools ist recht einfach und das Tool bringt auch das Handbuch und die Lösung mit (auf Englisch). Dies ist auch der einzig kleine Wermutstropfen des Tools, das Spiel muss zwingend auf Englisch gespielt werden. Was für den kleinen Bacon damals eventuell noch ein Problem war, stellt heute keines mehr da, da das Spiel nicht sonderlich viele Texte beinhaltet.
Das Tool kannst Du direkt auf der Webseite von Zorbus herunterladen. Es bietet neben der Automap auch die Möglichkeit die Charaktere zu bearbeiten und sie stärker zu machen, ihnen Gegenstände ins Inventar zu legen oder den Charakteren einfach mehr Lebenspunkte zu geben oder nachträglich die Klasse zu ändern.
Die Spiele-Archäologen Wertung zu Eye of the Beholder
Ich betrachte das mit meiner rosa-roten Brille, kann ich nicht ändern, war der erste Dungeon Crawler, den ich aktiv gespielt habe. Sieht auch noch heute gute aus, ist schwer, bis man sich an das Side Step-Verfahren erinnert und es dann ausnutzt. Ein wirklich gutes Spiel, welches mir auch heute immer noch viel Spaß bereitet.

Für eine richtige Bewertung war ich nicht tief genug im Spiel drinnen. Ich kann aber die Faszination verstehen, schöne Grafik, intuitive Rätsel, die Gegner, das hat alles was.

Wertung der Spiele-Archäologen: 8.50/10 Punkten
Links für Entdecker zu Eye of the Beholder
- Tests bei Kultboy.com
- Test zu Eye of the Beholder bei Kultboy.com
- Eye of the Beholder bei Mobygames
- Der dazugehörige Eintrag zum Spiel bei Mobygames.
- Westwood bei Mobygames
- Informationen zum Entwickler Westwood bei Mobygames.
- C64-Fanversion
- Vor einigen Jahren haben einige Hardcore-Fans eine C64-Version des Spiels herausgebracht.
- The All-Seeing Eye
- Das Tool bietet unter anderem ein Automapping für das Spiel, allerdings funktioniert es nur mit der englisch-sprachigen Version.
- Was ist ein Beholder?
- Wer mehr zu den Gegenern im Forgotten Realm wissen möchte, der wird hier fündig.
- Gameplay-Notizen
- Gameplay-Notizen mit Karten zu den einzelnen Ebenen des Spiels.










