ReStory
Hallo liebe Retrofreunde, Teilzeit Archäologen und Vollzeit Archäologen, euer Stormi hier.
Heute gibt es von mir mal einen kleinen News/Review-Artikel zu einem Spiel, das nicht bereits über 15 Jahre alt ist. Retro bleiben wir allerdings trotzdem, denn wir müssen heute mal reden über: ReStory Chill Electronic Repairs.
ReStory ist ein Spiel, das am 6. August 2026 von Publisher TinyBuild (u.a. Hello Neighbour, Graveyard Keeper) auf Steam veröffentlicht und von Mandragora Studio entwickelt wurde, und bei dem es, wie der Name bereits vermuten lässt, um das Restaurieren und Reparieren von elektronischen Geräten geht. Und nicht irgendwelche Elektrogeräte, okay die auch, aber eher selten, sondern hauptsächlich um Retro Konsolen und andere ikonische Geräte die in den Jahren 1977 (Atari 2600) bis 2012 (Sony PSP) veröffentlicht wurden. Zum Beispiel das Atari Lynx, die XBox Classic, die Sony Playstation 1, die Casio Armbanduhr, das Nokia 3310, das Motorola Razr, den Nintendo Gameboy, das Brick Game und noch so einige, mehr oder weniger bekannte Geräte. Anzumerken ist jedoch, dass nur die Atari Geräte und das Brick Game Handheld ihre realen Namen im Spiel verwenden, da Publisher TinyBuild eine offizielle Partnerschaft mit Atari hat. Alle anderen Geräte benutzen, an die echten Vorbilder angelehnte, Fantasienamen wie zum Beispiel Nony PMP statt Sony PSP, Macrohard XI Box statt Microsoft XBox oder EgGoTotchi statt Tamagotchi.
Mit genug Übung kann man jedes Gerät schnell auseinander und wieder zusammenbauen.

Wir spielen den frisch gebackenen Besitzer einer Elektrowerkstatt, genannt Sensei, in Akihabara, Stadtteil von Tokio, in den frühen 2000er Jahren. Für die, die es nicht wissen, Akihabara, oder kurz Akiba, wird von vielen als Zentrum der japanischen Otaku Kultur angesehen, also grob gesagt die japanische Version eines Geeks oder Nerds. Außerdem ist Akiba einer der größten Einkaufs-Distrikte in Tokio, in dem man vor allem Videospiele aus allen Jahrzehnten, Animes, Mangas, Computer, Computerteile und andere Elektrogeräte bekommt. Das Stadtbild in Akiba wird dominiert von Pappaufstellern, Leuchtreklamen und Bildschirmen, die u.a. Anime, Manga und Videospiel-Charaktere, sowie Logos von Konsolen und Videospielproduzenten wie SEGA zeigen, des Weiteren gibt es viele Arcade Spielhallen.
Als Sensei bauen wir uns langsam ein kleines Reparatur- und Restaurations-Imperium auf. Wir bekommen Handys, Konsolen, Joysticks, Laptops und andere Elektrogeräte geliefert, die wir vollständig Teil für Teil, Schraube für Schraube, auseinander- und wieder zusammenbauen und dabei säubern, kaputte Teile ersetzen und später die fertigen Geräte auch mit Farbe und/oder Aufklebern verschönern oder hacken und Software-Updates durchführen sollen. Zu Anfang haben wir nur einige wenige Geräte zur Verfügung wie das Atari 2600 nebst Joystick CX40, das Tamagotchi oder das Nokia 3310, im Laufe der Zeit jedoch können wir Lizenzen erwerben, mit denen wir weitere Geräte aller Art freischalten, die uns wiederum mehr Geld einbringen, mit dem wir mehr Geräte erstehen können.
Währenddessen bezahlen wir wöchentlich unsere Rechnungen für Strom, Miete, Internet, Ersatzteile und sogar für Sicherheit. Geräte bekommen wir entweder online oder in der Werkstatt direkt von Kunden mit speziellen Aufträgen oder wir kaufen sie einfach selbst auf dem Online-Marktplatz, um sie für mehr Gewinn zu restaurieren oder für Ersatzteile auszuschlachten. Wenn wir nicht auf gut Glück Geräte oder Teile Boxen mit zufälligen Teilen für Ersatzteile kaufen wollen, können wir auch einzelne Teile, für ein bisschen mehr Geld, beim Teilemarkt kaufen. Das schmälert zwar etwas den Gewinn bei Geräten, die wir für uns selbst verkaufen wollen (Kunden müssen bei ihren Aufträgen für Ersatzteile voll zahlen), dafür haben wir aber mit Sicherheit das korrekte, funktionstüchtige Teil, was bei Geräten zum Ausschlachten nicht immer gegeben ist.
Bilder zu ReStory
Um weiterzukommen, können wir aber nicht nur Lizenzen für weitere Geräte erwerben, sondern auch unsere eigene Ausrüstung aufwerten. Wo wir am Anfang noch mit einem kleinen Pinsel, buchstäblich haarklein, alle Teile einzeln sauber bürsten, können wir später größere Pinsel, Druckluftdosen oder sogar Ultraschallbäder kaufen, in denen wir dann viele Teile auf einmal säubern können. Unseren anfänglichen normalen kleinen Schraubenzieher können wir durch einen Ratsch-Schraubenzieher und später durch einen vollautomatischen Akkuschraubenzieher ersetzen. Weitere Ausrüstung wie einen Lötkolben, einer Airbrushpistole nebst verschiedenen Farb-Sets zum Bemalen der Geräte, Sticker Bögen oder auch Hacking Software kann man Stück für Stück seinem Werkstatt-Inventar hinzufügen. Und auch die Werkstatt selbst, die am Anfang noch ziemlich abgeranzt aussieht, kann mit Wandfarben, Lichtern, zusätzlichen und schöneren Regalen und einer großen Auswahl an Deko Objekten wie Winke-Katzen, Bonsaibäumchen, Stormtrooper-Helmen, Sims-Kristallen und vielem anderen verschönert werden.
Ein Tag in ReStory
Falls das bis jetzt noch nicht aufgefallen ist, JA das Game ist von vorne bis hinten so voll gestopft mit Referenzen, Witzen, Easter Eggs und Andeutungen zum echten Leben und zur Popkultur, dass es davon fast überläuft. Manche Dinge sind sehr offensichtlich wie zum Beispiel die Geräte selbst oder die Dekoartikel, andere sind eher subtil und wenn sie einem dann auffallen, kann man fast nicht anders als zu grinsen und die Tassen zu heben für die Leute bei Mandragora. Ich hatte damit auf jeden Fall extrem Spaß und entdecke jedes Mal, wenn ich das Spiel starte, neue Sachen.
Immer wieder werden wir dabei von Story-Charakteren wie dem Vermieter Hashimoto, der Cafe Arbeiterin Haruhi oder unserem Nachbarn Baketsu (im deutschen Eimer-San), der über unserer Werkstatt wohnt, besucht. Diese verschiedenen Personen haben alle ihre eigenen Geschichten und Beweggründe, die es zu erkunden und zu erleben gilt. Im Verlauf der Hauptstory erleben wir nicht nur die Geschichten unserer Nachbarn und Freunde, sondern entscheiden später auch über das Schicksal von Akiba selbst, wo es schließlich zu einem von zwei Enden kommen kann. Des Weiteren haben einige unserer Besucher Geschichten, die sich gegenseitig ausschließen, was dazu führt, dass ihr mindestens 3 Spieldurchläufe benötigt, um alles zu erleben, was das Spiel aktuell zu bieten hat.
Bemalte und bestickerte Konsolen aus ReStory
Das Spiel erinnert mich daran, dass wir damals unsere Joysticks zum Teil selbst repariert haben.

Ich sage aktuell den das Spiel ist zwar fertig, Entwickler Mandragora haben aber bereits jetzt, nachdem ReStory bei Release ein durchschlagender Erfolg war (über 300000 verkaufte Einheiten in der ersten Woche) angekündigt das Spiel weiter mit Updates zu versorgen die neue Charaktere, Geschichten und Geräte ins Spiel einbauen werden. Das erste dieser großen Updates ist bereits für den 14. September diesen Jahres angekündigt, man darf also gespannt sein, woran die Leute bei Mandragora noch so alles gewerkelt haben und werden.
Meine persönliche Meinung zu ReStory fällt mehr als nur wohlwollend aus. Ich habe bereits vor ein paar Monaten, beim Spielen der Demo zum ähnlich aufgebauten Cozy Game Restoration, (auch für dieses Spiel spreche ich hier eine kleine Empfehlung aus, kostenlose Demo gibt es auf Steam), ReStorys eigene Demo entdeckt. Beim Spielen dieser hat es mich bereits sehr in seinen Bann gezogen, sodass ich zwei Monate vor Release auch am offiziellen Playtest teilgenommen habe. Und schließlich habe ich, was ich normalerweise nur extrem selten tue, das Spiel direkt beim Release diesen Monat gekauft. Wer knallharte Action, schnelle Gefechte oder hastiges Gameplay sucht, ist bei ReStory Chill Electronic Repairs völlig fehl am Platz.
Man vergisst Zeit und Sorgen und baut einfach.
Es liefert exakt genau, was es im Titel verspricht, chilligen und ruhigen Schrauber- und Bastelspaß mit einer schönen und sogar berührenden Story, die entweder gezielt angegangen oder nur immer mal wieder nebenbei verfolgt werden kann. Alles kann genau in eurem Tempo laufen. Ihr entscheidet, wann ihr was angeht, wie viel ihr vorher das Bearbeiten neuer Geräte üben wollt und wie viel Geld oder neue Geräte ihr euch vor dem weiteren Folgen der Story erspielen möchtet. Die Atmosphäre ist ruhig und entspannt. Hektik oder dergleichen kommt außer vielleicht bei ab und zu vorkommenden Schrauber Wettbewerben nie auf. Und selbst diese Wettbewerbe sind nur die ersten 4 Pflicht für die Story und die restlichen über 20 schlicht optional. Ein Radio, das ihr in eurer Werkstatt platzieren könnt und jederzeit an oder ausschalten könnt, liefert entspannte Melodien oder ab und zu fetzige Retro-klingende Electro Riffs. Dekorationsmöglichkeiten sind sehr vielfältig und für die allermeisten Geschmäcker sollte definitiv etwas dabei sein, wie ihr eure eigene persönliche kleine Werkstatt so schön einrichten könnt, wie ihr das wollt.
Die Geschichte und die Charaktere waren für mich niemals flach oder uninteressant und locken den Spieler geschickt, aber nicht zu fordernd dazu, mehr über sie herauszufinden. Ob Vermieter, Polizist, Nachbar, kleines Mädchen, Tourist oder Fahrradkurier, alle laden euch ein, sie kennenzulernen und an ihrer kleinen Welt in Akiba teilzuhaben. Und am Ende entscheidet ihr, mit wem ihr etwas mehr zu tun haben wollt oder mit wem vielleicht lieber nicht und wie schon erwähnt schließlich auch, was für ein Schicksal Akihabara selbst haben wird. Ihr könnt die Geschichte innerhalb von 1-3 Spielsitzungen schnell und zügig über die Bühne bringen oder problemlos hunderte Stunden damit verbringen zu gestalten und euch auszuleben. Ob ihr letzteres während der Story oder danach tut, ist euch auch selbst überlassen, da es nach dem Abspann einen Sandbox-Modus gibt, bei dem ihr unendlich lange spielen könnt.
Der Akkuschraubenzieher ist die beste Investition im ganzen Spiel.

ReStory ist perfekt dazu geeignet mal nach der Arbeit oder einem anderweitig anstrengendem Tag für 1-3 Stunden einfach mal abzuschalten und vor sich hin zu werkeln. Oder auch, um sich an einem freien Tag mal Mittags ans Spiel zu setzen und abends zu merken, dass der ganze Tag verflogen ist. Letzteres habe ich für euch persönlich getestet. Dreimal. Allerdings nicht mit Absicht. Es lädt einfach dazu ein, vollständig in das Spiel einzutauchen und den Alltag einfach mal zu vergessen und dabei eine wunderbare entspannte Zeit zu haben.
In meinem persönlichen Bekannten- und Freundeskreis gibt es neben mir selbst, meinem Lebenspartner Ido und meinem Mit-Archäologen Bacon noch viele andere, die ebenfalls von ReStory in den Bann gezogen wurden. Und vielleicht hat dieser kleine Artikel ja ebenfalls euer Interesse geweckt. Leider ist die Demo zu ReStory seit Release auf Steam nicht mehr verfügbar, aber lasst euch doch einfach von den Screenshots im Artikel, meinem verlinkten “Ein Tag in der Werkstatt” Video, dem offiziellen Trailer und anderen Quellen zum Spiel inspirieren oder überzeugen, ReStory mal eine Chance zu geben. Ich habe es definitiv nicht bereut und vergebe, in gewohnter Archäologen-Manier, für dieses nicht Retrospiel aber Spiel mit Retro Thematik, gepflegte 10 von 10 Punkten.
Wie jetzt es ist schon 21 Uhr? Ich wollte doch nur mal eben kurz??

Links zum Test von ReStory Chill Electronic Repairs
- Information zu Akihabara (Englisch)
- Sehr ausführlicher Englischer Wikipedia Eintrag zu Akihabara
- Information zu Akihabara (Deutsch)
- Deutscher Wikipedia Eintrag mit nur den nötigsten Informationen zu Akihabara
- Partnerschaft der Entwickler mit Atari
- Artikel zu Ataris und TinyBuilds offizieller Partnerschaft von 2023
- Spiel bei Steam
- ReStory Chill Electronic Repairs auf Steam
- Der Publisher bei Steam
- Publisher TinyBuild auf Steam
- Der Entwickler bei Steam
- Entwickler Mandragora Studio auf Steam
- Trailer zum Spiel
- Offizieller Launch Trailer zum Spiel auf den YouTube Kanälen von Mandragora und TinyBuild
- Cozy Game Restoration Demo
- Cozy Game Restoration Demo auf Steam






























